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Gefährtenprüfung

Amber Kell

Copyright 2010 by Amber Kell

Zweite Auflage: 2013

Übersetzer: Philis Schröer

Cover Design: Meredith Russell


ALLE RECHTE VORBEHALTEN: Dieses literarische Werk darf ohne schriftliche Erlaubnis weder ganz noch in Teilen vervielfältigt oder in irgendeiner Form oder auf irgendeinem Wege übertragen werden, dies schließt elektronische oder fotografische Vervielfältigung ein. Dieses Buch darf in keiner Form kopiert, verkauft oder auf sonstige Weise von Ihrem Computer auf einen anderen übertragen werden, etwa durch Hochladen auf eine Datentauschplattform, weder umsonst noch gegen eine Gebühr. Solche Handlungen sind illegal und verstoßen gegen das Urheberschutzgesetz.

Gefährtenprüfung



Als der ehrwürdige Herzog Torrance Zelan ausgesandt wurde, um Schürfrechte auszuhandeln, hatte er keine Ahnung, dass sein Onkel ihn jemandem versprochen hatte. Sein Herz hat den Verlust seines Liebhabers zwei Jahre zuvor noch nicht verwunden, darum ist Tor so gar nicht auf die Anziehungskraft des Drachenkönigs vorbereitet.


König Naron weiß, es ist falsch den gutaussehenden Herzog reinzulegen, doch die Versuchung zu prüfen, wie gut Tor zu ihm passt, ist zu groß, als dass er ihr widerstehen könnte. Naron weiß genau welcher der Anwärter sein Bett wärmen soll: der sexy Herzog.

Inhalt



Widmung


Kapitel Eins

Kapitel Zwei

Kapitel Drei

Kapitel Vier


Über die Autorin

Widmung


Dies ist für jeden, der sich danach sehnt, seine wahre Liebe zu finden.


Kapitel Eins



Der ehrwürdige Herzog Torrance Zelan nahm noch einen Schluck des heißen, bitteren Kaffees und dachte missmutig über seine Reise in die Drachenwelt nach. Es gab Tage, da wäre aller Kaffee des Universums nicht genug, jemanden wach zu bekommen. Nachdem er zuvor seinen Cousin Joriah zu dessen Paarungszeremonie besucht hatte, musste er sich nun mit dem König der südlichen Provinzen treffen, um Schürfrechte auszuhandeln. Der Hohe König, Tors Onkel, wollte Zugang zu den seltenen Mineralen, die nur in diesem Teil der Galaxie zu finden waren und von denen viele notwendige Komponenten für Warp-Antrieb-Prozessoren waren. Da Tor eine persönliche Verbindung zu einem Drachen hatte, dachte Tors Onkel, er wäre der geeignetste Repräsentant.

Tor behielt seine Meinung für sich, bis er den König des Südens traf. Larien hätte diese Reise geliebt. Der liebe, sanfte Larien mit dem stählernen Körper und der süßen Stimme, hatte davon geträumt eine Welt zu besuchen, in der er Drachen beim Fliegen beobachten konnte. Sie sollten nie die Gelegenheit dazu bekommen. Verdammt, Tor vermisste ihn.

„Du hättest diese Reise geliebt, Süßer“, flüsterte Tor.

Tor schluckte den Kloß in seinem Hals herunter und hielt die Tränen zurück. In Momenten wie diesen wünschte er sich, er wäre seinem Geliebten ins Jenseits gefolgt, statt zurückzubleiben. Larien zu verlieren, hatte ihn wie ein Schlag in den Magen getroffen.

Nur seine Familie hatte ihn davon abgehalten, allem ein Ende zu setzen. Er konnte seine Kinder nicht im Stich lassen. Obgleich sein gebrochenes Herz ramponiert und angeschlagen blieb, liebte er sie genug, um zu leben. Die Tatsache, dass er nicht körperlich bei ihnen sein konnte, minderte seine Fürsorge nicht. Seine Kinder wussten, beide Elternteile liebten sie, auch wenn sie nicht zusammen waren.

Tor seufzte. Er presste sein Gesicht in die Hände, um unauffällig die Tränen wegzuwischen, die er trotz aller Anstrengung nicht hatte aufhalten können. Das kalte Fensterglas kühlte seine erhitzte Haut und ihm entfuhr ein weiteres tiefes Seufzen. Auch wenn er das Sternenfeld vor dem Fenster nicht sehen konnte, wusste er es war noch da.

Im Kindesalter drachengebunden, war seine Sicht beschränkt auf das, was sein Drache ihm zu sehen erlaubte. Seitdem kam und ging seine Fähigkeit zu sehen, wie eine schlechte intergalaktische Übertragung. Manchmal war sie unerträglich klar, doch meist war sie eine allumfassende Schwärze, nur durchbrochen von dem strahlenden Funkeln der Sterne. Wenn der Drache Baroy des Nachts durch den Kosmos flog, sah Tor alles, was auch das Geschöpf sah. Durch die ständige Verbindung seiner Augen mit denen des Drachens im Weltall, war er blind für das alltägliche Leben um ihn herum. Es gab Tage, da wünschte er sich, er hätte den Babydrachen als kleiner Junge niemals berührt.

„Habt Ihr etwas gesagt, mein Herr?“

„Nichts Wichtiges, Pietro. Ich habe nur daran gedacht, wie gerne Larien die Drachen besucht hätte.“

Der ältere Mann grunzte zustimmend: „Herr Jall hatte immer von Drachen geträumt. Er wäre nur zu gerne mit auf diese Reise gekommen.“

Tränen verschlossen ihm die Kehle und so nickte Tor nur wortlos.

Pietro gab einen leisen, missbilligen Laut von sich: „Er würde auch gewollt haben, dass Ihr mit Eurem Leben weitermacht.“

Tor lächelte widerwillig. „Sehr subtil, Pietro.” Er nahm einen Schluck aus der Kaffeetasse und winkte den Diener fort: „Du bist für heute Nacht entlassen. Danke schön.”

Er konnte spüren wie Pietro ihn anstarrte, als könnte er Tor mit purer Willenskraft dazu bringen, wieder zu sehen. Larien hatte immer gesagt, Pietros eisige graue Augen mussten aus Polargletschern gehauen worden sein, um diese Frostigkeit erreicht zu haben. Einer der Vorteile daran fast blind zu sein war, er konnte eisige Blicke ignorieren.

„Denkt an meine Worte, Herr. Herr Jall lebte für Euer Lächeln. Beschmutzt sein Andenken nicht, indem Ihr vergesst wie das geht.“

Mit diesem Schlag zum Abschied hörte Tor, wie die Tür geschlossen wurde.

„Du bist heute Abend traurig.“

Baroys Stimme hallte leise flüsternd durch seinen Kopf, wie ein verlorengegangenes Wort, das auf einer Brise davongetragen wurde. Die leise summende Stimme des Weltraumdrachen war beruhigend und gleichzeitig ruppig. Tors Leben hatte sich für immer geändert, als er sich im zarten Alter von fünf Jahren mit einem Babyweltraumdrachen verbunden hatte. Soweit er wusste, war er das jüngste Wesen überhaupt, menschlich oder nicht, das die Bindung zu dieser seltenen Rasse überlebt hatte.

Ich vermisse meinen Gefährten“, schickte er dem Drachen als mentale Antwort zurück.

„Du vermisst deinen Geliebten“, korrigierte der Drache. „Deinen Gefährten musst du erst noch treffen.“

„Das macht es nicht weniger schmerzhaft.“

„Nein, das tut es nicht.“

Ihm entfuhr ein verbittertes Lachen.

„Wenn es so sehr weh tut, einen Geliebten zu verlieren, will ich keinen Gefährten.“

„Das ist keine Frage des Wollens, es ist eine Frage des Schicksals. Du wirst deinen Gefährten bald treffen. Ich habe es vorhergesehen.“

Es lief Tor eiskalt den Rücken herunter.

Der Drache irrte sich nie. Das Wesen war sogar noch genauer als Tors Tochter Alexandra, die als Seherin geboren wurde.

Ich will keinen Gefährten“, wiederholte er. Tor fragte sich, ob es den nebulösen Gefährten aus seiner Zukunft verschwinden lassen würde, wenn er dies oft genug wiederholte.

Sein Herz schmerzte noch von Lariens Verlust. Er war nicht dazu bereit, es noch einmal zu riskieren.

„Die Dinge passieren zu ihrer eigenen Zeit.“

Großartig. Genau das hatte ihm gefehlt: Noch mehr kluge Sprüche von seinem kryptischen Drachen. Tor spürte, wie der Drache seine Gedanken verließ.

„Ich bin umgeben von Geschöpfen, die sich auf großartige Abschiedsfloskeln verstehen.“ Seufzend nahm Tor einen weiteren Schluck Kaffee. In Zeiten wie diesen konnte er Larien beinahe spüren. Ganz so, als wäre sein Geliebter noch immer an seiner Seite. Er flüsterte in den leeren Raum: „Ich werde dich niemals vergessen, mein Liebster.“

Es war ihm egal, was jedermann für eine „normale“ Trauerzeit hielt. In seinem Herzen waren zwei Jahre gleichermaßen ein Wimpernschlag im Kosmos und eine kriechende Ewigkeit der Trauer.


* * * *


Die Landung verlief ohne Zwischenfälle. Der Weltraumflughafen hatte dieselbe schale Luft und dasselbe Echo wie all die anderen Weltraumflughäfen, die Tor in der Vergangenheit angereist hatte.

Ein großer Körper streifte Tors rechte Seite.

„Mein Herr.” Tors Hand wurde sanft angehoben und um einen riesigen, muskulösen Arm gelegt.

Die kleine Narbe unter Tors Fingern und seine Stimme verrieten den Mann.

„Sei gegrüßt, Crillon“, sagte er zu dem Katzenwandler. Crillon war einer der beiden Katzenzwillinge die er von der Straße gerettet hatte. Die Narbe eines Messerstichs an Crillons linkem Arm identifizierte ihn immer für Tor. Da Crillon und sein Bruder ähnliche Stimmen hatten, trug Crillon stets kurzärmlige Hemden, damit Tor wusste, wer von ihnen ihn eskortierte.

Tor hatte das Gefühl, alle würden ihn anstarren. Leder strich gegen seinen Arm als sich der Wächter dichter zu ihm beugte. „Ihr habt nicht gut geschlafen?“

„Dieser Tage schlafe ich selten gut.“

Crillon tätschelte ihm die Hand. „Es wird mit der Zeit besser werden, Euer Gnaden.“

„Das behauptet zumindest jeder.“

Crillon räusperte sich und Tor hörte, wie er mit den Füßen scharrte. „Pietro hat mit den Hausangestellten schon einmal begonnen Euer Zimmer vorzubereiten.“

„Vielen Dank, Crillon. Das klingt, als wäre alles bereit. Wie immer. Wie sieht mein Terminplan aus?“

Wenn es irgendjemanden gab, der über seinen Tagesablauf Bescheid wusste, dann war es Crillon. Abgesehen von Pietro war er das, was einem wandelnden Kalender am nächsten kam.

„Für diesen Nachmittag ist nichts geplant, Euer Gnaden. Ich weiß wie sehr Euch Weltraumreisen ermüden, darum werden wir direkt zu Eurem Zimmer gehen und auf dem Weg dorthin eine schnelle Führung durch das Schloss machen. Morgen werdet Ihr das Frühstück mit dem König und den anderen Abgesandten einnehmen, dann wird es für alle eine Führung durch die Minen geben.“

„Was wissen wir über die anderen?” Es war immer das Beste, die Konkurrenten im Auge zu behalten. Wenn sie irgendwelche Schwächen hatten, die Tor einen Vorteil verschaffen konnten, dann hatten seine Leute diese auch entdeckt.

Die Waffen, die den Körper des Katers schmückten, schlugen mit jedem Schritt leicht gegeneinander, ein Geräusch, das Tor immer mit Freundschaft und Sicherheit in Verbindung brachte. „Ich habe ihre Dateien heruntergeladen, damit Ihr sie Euch heute Abend während Ihr Euch ausruht, anhören könnt.”

„Dankeschön, Crillon, du bist immer so tüchtig.”

„Lasst mich wissen, wenn ich noch etwas für Euch tun kann, Euer Gnaden.“ Crillons Tonfall deutete ganz bestimmte Dinge an, bei denen er Tor gerne behilflich wäre. Er wusste, es war mehr die Macht der Gewohnheit, denn ein wirkliches Angebot. Crillons andere Hälfte war ebenfalls einer seiner Angestellten. Tor wusste, sie suchten nach einer Frau, die sie zum Trio machte, einer Frau für sie beide, waren jedoch nicht abgeneigt bis zu ihrem Bräutigamstag auch anderes auszuprobieren.

„Ich denke, für den Moment hast du genug getan.” Eine von Tors Regeln war es, seine Angestellten nicht auszunutzen, das hielt sie jedoch nicht davon ab, von Zeit zu Zeit zu versuchen seine Meinung diesbezüglich zu ändern.


* * * *


Das Schloss war groß, wie die meisten Schlösser. Es kam es ihm vor, als ginge er von einem endlosen Flur in den anderen. Die riesigen höhlenartigen Korridore hallten jedes gesprochene Wort wider.

Er ließ sich vertrauensvoll von Crillon führen, als Baroy in seine Gedanken trat.

„Das Schloss ist umgeben von Drachenblütigen. Ich habe sie gewarnt: Wenn sie nicht freundlich sind, sterben sie.“

So kann man sich auch Freunde machen“, schickte Tor amüsiert zurück. Weltraumdrachen waren extreme Beschützer und ihre Macht war unglaublich. Es spielte keine Rolle, dass Baroy den Planeten umkreiste. Er konnte dennoch zu jeder Zeit Tors genauen Standort ausmachen und jedes Zeichen von Gefahr auslöschen.

Wenn Gefahr unmittelbar bevorstand, konnte Baroy seine Kräfte durch Tors Körper stoßen, ein schmerzvoller Prozess, den Tor aktiv vermied. Er würde sich allerdings selbst belügen, wenn er behaupten würde, diese Fähigkeit nicht von Zeit zu Zeit zu genießen. Seine Blindheit beraubte ihn häufig jedes Gefühls von Selbstbestimmung. Neben Baroy und seinem Onkel hatte Tor nicht viel Kontrolle über sein Leben.

Ungefähr zur selben Zeit als sein müdes Gehirn langsam nicht mehr wusste, wo er war, erreichten Sie seine Gemächer.

„Da wären wir, Euer Gnaden.“ Crillon öffnete die Tür und Tor freute sich darüber von seinem Personal begrüßt zu werden. Immer wenn er sich an einem fremden Ort befand, war es tröstlich seine Leute um sich zu haben.

Seufzend ließ er sich von Pietro entkleiden. Der Diener geleitete ihn ins Bett und glättete die feinen Leinenlaken über seinem Körper. Das leise Wispern seiner Angestellten lullte ihn in einen tiefen Schlaf.

Kapitel Zwei



Der Morgen war nicht gerade Tors Lieblingstageszeit. Baroy wanderte die ganze Nacht durch seine Gedanken und erkundete die Galaxie um sie herum. Tor war auf einer Art mentalem Huckepack dabei. Die Reise erschöpfte ihn so sehr, wie sie ihn beflügelte. Er spürte den Fluss des Weltalls und die Anziehungskraft der Planeten. Er beobachtete die Geburt von Sternen und sah Asteroiden zerfallen, doch als es Morgen wurde, schlug ihn der fehlende Schlaf der Nacht nieder wie eine Flutwelle.

Zu Hause stand Tor erst ab dem Mittag auf, doch sein Onkel hatte ihn gewarnt, der König sei ein Frühaufsteher. Aus Respekt vor dem Monarchen stand Tor viel früher als gewöhnlich auf und ließ sich von seinen Bediensteten in formelles Leder kleiden.

Pietro informierte ihn darüber, dass zum Frühstück mit dem König des Südens Leder die angemessene Kleidung war. „Ihr wollt schließlich von ihm als die mächtige Person gesehen werden, die ihr seid. Immerhin repräsentiert Ihr den Hohen König.

Pietro war sehr stolz auf seine Stellung als Tors rechte Hand. Für ihn war Tors Erscheinungsbild eine Reflektion seiner Arbeit. Folglich trat Tor niemals weniger als makellos in der Öffentlichkeit auf.

Es war ein geringer Preis angesichts der hingebungsvollen Zuwendung, die Pietro ihm angedeihen ließ. Er rief sich ebendies in Erinnerung als Pietro Tors Jacke ein drittes Mal bürstete, um den Staub zu entfernen, an dem sein Diener Anstoß nahm. Tor hegte irgendwie Zweifel daran, der König würde ihre Vereinbarung aufgrund eines Staubkorns zu Tors Ungunsten abändern, doch es hatte ihm noch nie viel gebracht mit Pietro zu diskutieren.

Die braunen Lederhosen mit Schnürung an den Seiten ließen ein Stück Haut an der Außenseite seines Beins frei. Seine Finger fuhren die Schnüre in einem nervösen Muster nach, während er sich fragte, ob die anderen auch so entblößt waren. Pietro beschrieb seine neue Kleidung während er Tor anzog. Über dem weißen Seidenhemd trug er eine passende Lederjacke mit einem sorgfältig in den Rücken eingearbeiteten Drachenkopf. Das Design setzte sich auf der Hose fort und es wirkte dadurch, als wenn ein Drache sich um seinen Körper schlang. Ein Meister der Lederarbeit hatte über ein Jahr für diese Maßanfertigung gebraucht und Pietro war fast schon absurd stolz darauf, wie Tor in seiner Kleidung aussah. Tor interessierte sich nur für die Stiefel. Sie waren diskret unter der Hose versteckt und waren aus Schuppen von Baroys nach der Häutung abgestreifter Haut gefertigt. Der Drache hatte sie Tor zu dessen letztem Geburtstag geschenkt, indem er sie mental zu Tors Haus transportierte. Sie schillerten und waren feuerfest. Er besaß auch eine komplette Drachenrüstung, die über das gesamte Ensemble passen würde. Tor hatte jedoch nicht das Gefühl, er würde sie benötigen, um dem König gegenüberzutreten. Soweit er wusste, war ein Frühstück kein Schlachtfeld. Nicht dass es ihm jemals gestattet werden würde, ein Schlachtfeld zu betreten. Die Rüstung diente mehr der Dekoration als alles andere.

Wie gewöhnlich war die Prozession, die ihn begleitete, größer als nötig. Zwei Leibwächter, vier Krieger und drei persönliche Diener folgten ihm. Er wusste, es waren mindestens zehn weitere seiner Leute irgendwo im Schloss, er hatte allerdings keine Ahnung wo. Er wusste, sie tauschten die Plätze, um die vierundzwanzig Stunden Überwachung abzudecken, von der Pietro darauf bestand, sie sei erforderlich für Tors Wohlbefinden.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten Sie einen Eingang, der breit genug für ihn und je einen Diener links und rechts von ihm war.

Tors Magen knurrte.

„Folgt mir, mein Herr.” Die vertraute Stimme gehörte Sally, dem einzigen weiblichen Mitglied der Angestellten, die mit ihm reisten. Sally flüsterte: „Ihr sitzt ein Paar Plätze neben dem König.“ Dann sagte sie lauter: „Euer Kaffee, mein Herr.“ Ein langer metallener Zylinder wurde in seine Hand gelegt. Er fühlte die Verschiebung der Luft als sie vor ihm knickste. Während seiner Jugend hatte er eine ganze Weile lang versucht, diese Angewohnheit abzuschaffen, doch er wurde in dieser Angelegenheit von seinen Angestellten überstimmt.

Tor griff nach der Thermoskanne wie nach der Rettungsleine, die sie auch war. „Oh, ich liebe dich, Sally”, sagte er und gab seiner Dienerin einen Kuss auf die Wange, als sie an ihm vorüberging.

„Ich werde ihm morgen Kaffee bringen”, hörte er jemanden hinter sich flüstern.

Er öffnete die Kanne und schüttete die heiße, bittere Flüssigkeit hinunter. Sally hatte genau die richtige Menge an köstlicher Sahne hinzugegeben.

„Mmmm.” Er ließ das Summen seine Zunge entlangrollen, während Pietro ihm auf seinen Platz half.


* * * *


König Naron Dragane verschluckte sich beinahe an seinem Toast als der Herzog den Raum betrat. Das Bild, welches er zuvor gesehen hatte, wurde dem Mann nicht gerecht. Verwuschelte honig-goldene Haare umrahmten ein Gesicht mit perfekt geformten Wangenknochen und einem vollen Schmollmund und obgleich Naron täglich formelle Lederkleidung sah, hatte er noch nie gesehen, dass sie so verdammt gut aussah.

Das geformte Leder war von einer ungewöhnlichen Farbe. Dieselbe wie Tors Haare, beide so geschnitten, dass sie den großartig gebauten Körper zur Geltung brachten. Verdammt, welch Qualitätsarbeit. Sowohl der Körper als auch die Kleidung.

Als der Herzog seinen Kopf in den Nacken legte und von seinem Kanister trank, konnte Naron kaum dem Drang widerstehen, über den Tisch zu springen und Tors Hals zu markieren. Das sinnliche Geräusch, das der Herzog von sich gab, ließ Narons Schwanz härter werden als die Steine, für die sein Planet so berühmt war.

„Euer Gnaden“, sagte er nachdem der sexy Mann Platz genommen hatte. Einige Wachen, ein älterer Mann, eine Frau und noch mehr Leute umringten den Herzog, der König fragte sich, wofür sie alle zuständig waren.

„Eure Hoheit.” Die weiche und sinnliche Stimme half Narons Erektion nicht eben dabei zu verschwinden. Dunkle Gläser verbargen Tors Augen, hinderten Naron daran, den Ausdruck in ihnen zu erkennen.

„Auf meinem Planeten ist es eine Frage der Höflichkeit, die Augen nicht zu verbergen“, sagte er mit harter Stimme. Es gab nichts im Universum, das er mehr wollte, als die Augen dieses umwerfenden Geschöpfs zu sehen.

„Vergebt mir, König Naron”, sagte Tor mit weicher, verführerischer Stimme. „Ich trage eine Brille zum Schutze und für das Wohlbefinden der anderen. Ich wurde als Kind vom Drachen getroffen.”

Damit war ein Gerücht bestätigt.

„Was passiert wenn Ihr die Brille abnehmt?”

Der Herzog zuckte in einer eleganten Bewegung mit den Schultern. „Nicht viel.“ Er zögerte kurz und er zuckte erneut die Achseln. „Meine Augen sind meist unstet.“

„Die meisten hier sind Drachenblütige. Ich bin davon überzeugt, wir können das Grauen Eurer Augen ertragen.“

Es gab zustimmendes Gemurmel unter seinen Männern, auch unfreundliches. Der schöne Mann hatte seine Leute mit seinen Worten unwissentlich herausgefordert.

„Kommt her und stellt Euch vor mich.“

Ohne zu zögern glitt der Mann von seinem Sitz. Naron entgingen nicht die unfreundlichen Blicke, die ihm Angestellten des Herzogs zuwarfen. Es war deutlich, ihnen gefiel sein Tonfall nicht.

Tja.

Ein Gehstock wurde in eine elegante Hand gedrückt und zwei der größten Männer, die Naron je gesehen hatte, stellten sich auf je eine Seite des Herzogs. Nicht dass Tor klein war, aber diese Männer waren massiv. Um den Hals trugen sie dicke schwarze Lederhalsbänder mit darin eingearbeiteten großen, silbernen Ringen.

Katzenwandler. Naron konnte es an dem reflektierenden Glanz in ihren Augen erkennen. Dem Aussehen nach waren sie Zwillinge, was bei der Wandlerrasse extrem selten war. Während Katzen Würfe hatten, hatten Katzenwandler selten mehr als jeweils einen Nachkommen.

Tor kam mit einer geschmeidigen Anmut, die Naron von einem Blinden nicht erwartet hätte, näher. Naron fragte sich, bei was der junge Mann wohl noch so gefügig sein würde. Sein Schwanz pulsierte in seiner Hose, als er sich die goldhaarige Schönheit vorstellte, wie sie ganz andere Befehle von ihm befolgte. Solche, die sich um das Schlafzimmer und seidene Laken drehten.

Tor blieb auf der anderen Seite des Tisches stehen, ließ seine starrenden Leibwächter einen Schritt hinter sich stehen.

„Ihr wurdet vorgewarnt, Eure Majestät”, sagte der gutaussehende Mann, als er vor Naron stand.

Hmm. Vielleicht nicht ganz so gefügig.

„Nehmt sie ab“, befahl er.

Der Herzog schob seine Brille herunter und hob seinen Kopf an, damit Naron seine Augen sehen konnte. Zuerst dachte er, Tors Augen wären vollkommen schwarz, doch plötzlich war da ein einzelnes Aufblitzen, dann eine ganze Serie. In dem Zeitraum von ein paar Sekunden, sah er in diesen überwältigenden Augen wie sich Galaxien bewegten. Zum ersten Mal fühlte er, wie die Macht des Herzogs ihn überwältigte. Die Gerüchte waren wahr. Diese atemberaubenden Augen waren von einem Drachen getroffen.


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